Einfach zum Nachdenken!

Was wir am nötigsten brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu tun, was wir können!

Ralph Waldo Emerson

Ein älteres Bild vom 'Alten Rhein'

Ein kurzer Lebenslauf

Ich bin am 25. Oktober 1962 als jüngeres von 2 Kindern in Lustenau geboren. Nach der Volksschule und der Hauptschule und schließlich noch einem Jahr Handelsschule konnte ich meinen Berufswunsch des Möbeltischlers durch meine Sehbehinderung nicht in die Tat umsetzen. Daher beschloss ich nach Wien zu gehen, um die Blindenschrift zu lernen und eine Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebstelefonist zu machen.

Diese schloss ich dann auch erfolgreich ab und ging dann wieder zurück nach Lustenau. Nach 2 jähriger Arbeitslosigkeit begann ich schließlich 1984 im Krankenhaus Dornbirn zu arbeiten bis ich 2020 in Pension eingetreten bin.

Bilder und Erläuterungen

Meine Augenkrankheit
Als 18jähriger Jungspunt im Stadtpark von Wien
Ein - wie man mir sagte - cooles Bild aus meiner Ausbildungszeit im Wiener Stadtpark 1981

Meine Augenkrankheit

Retinitis Pigmentosa bedeutet, dass die Netzhaut, die aus Millionen kleiner Sehzellen besteht, durch einen genetischen Defekt langsam zerstört wird. Daher werden die Lichtimpulse, die das Auge aufnimmt nicht mehr vollständig über den Sehnerv ins Gehirn übertragen. Diese Zerstörung hat schließlich in den meisten Fällen die komplette Erblindung zur Folge.

Aus heutiger Sicht gibt es noch keine Heilungsmöglichkeiten, weder durch einen operativen noch durch einen medikamentösen Eingriff. Jedoch sind bei den verschiedensten Forschungsinstituten schon einige Therapieansätze und elektronische Chips entwickelt worden. Deshalb war es für mich immer mehr eine Notwendigkeit, mein tägliches Leben aufs "Nichtsehen" umzustellen. Dazu diente in erster Linie das Erlernen der Blindenschrift, auch Brailleschrift genannt und in zweiter Linie das Mobilitätstraining mit dem weissen Langstock, um mich im Straßenverkehr zurechtfinden zu können.

Das Mobilitätstraining
Ich mit weissem Langstock

Das Mobilitätstraining

Der Langstock wird etwa in Hüfthöhe in der Mitte des Körpers gehalten, wobei Unter- und Oberarm etwa einen rechten Winkel bilden sollten. Der Langstock wird dann mit ständigem Bodenkontakt hin und her bewegt. Die Pendelbreite entspricht in etwa der Körperbreite bei den Schultern.
Wird der richtige Schrittrythmus eingehalten, so ergibt sich an und für sich ein kompletter Körperschutz.

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Mobilitätstraining Ist die Nutzung des Gehörs und der taktilen Merkmale des zu betastenden Untergrundes. Bei Kreuzungsbereichen und auch Gehsteigen sind manchmal sogenannte Aufmerksamkeitsfelder, die üblicherweise in der Breite des Zebrastreifens angebracht werden, vorhanden. Diese Felder sind bepflastert und - auch für Rollstuhlfahrer und Frauen mit Kinderwagen - meistens etwas abgesenkt.

Ich möchte allen betroffenen sehbehinderten und blinden Menschen sehr ans Herz legen, ein solches Mobilitätstraining zu machen. Es gilt im Sinne der Selbstständigkeit und der Mobilität, die Nachteile, die wir ja sonst schon haben, auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Die Braillezeile
Beim Lesn mit dem Finger auf der Braillezeile

Die Braillezeile

Die Bezeichnung ist vom Erfinder der Blindenschrift bzw. Brailleschrift 'Luis Braille' abgeleitet.
Diese Braillezeile funktioniert in etwa so, das aus der Braillezeile je nach Buchstaben, die fühlbaren Stifte nach oben gedrücht werden und mit dem Finger von links nach rechts abgetastet werden können. Weiters sind noch die verschiedensten Tasten unter und an der Frontseite der Braillezeile angebracht, die zur Navigation über den Bildschirm zu verstehen sind.

Die Zeile entspricht in etwa einer Bildschirmzeile mit 80 Buchstaben, wobei pro Buchstabe immer ein Stiftblock von 6 Stiften dienen. Das Prinzip kann man sich wie bei einem Würfel vorstellen, wobei die Zahl 6 immer die Grundstruktur bedeutet. Je nach dem welche von den 6 Stiften fühlbar ist, ergibt es einen entsprechenden Buchstaben. Die unteren horizontalen 2 Stifte pro Buchstabenblock dienen nur für die Darstellung der Schreibmarke (Cursor), Markierungen und um Grossgeschriebenes unterscheiden zu können. Beim Arbeiten am PC wird sie noch durch eine ► Sprachausgabe-Software unterstützt.

Meine Heimat

Meine Heimat Lustenau zeichnet sich meiner Meinung nach durch einen gewissen ländlichen Charakter aus, da fast überall Grünflächen das Ortsbild prägen.

Der "Alte Rhein“ ist eine besondere Perle für die Erholung der Bevölkerung. Er ist ein, noch recht naturbelassenes Badegebiet, das durch die Regulierung des „Neuen Rheins“ entstanden ist, da um die Jahrhundertwende Lustenau zweimal ziemlich stark überschwemmt wurde. Damals war das „Rheinvorland“ auch noch sehr wildromantisch mit vielerlei Pflanzenwuchs und Aucharakter. Jetzt führt ein Radweg am „Neuen“ und „Alten Rhein“ entlang, der von den Menschen doch sehr genutzt wird.

Die Wetterkapriolen der letzten Jahre führten auch trotz Rheinregulierung zu weiteren "Fastüberschwemmungen", die auf dem Foto sehr eindrucksvoll zu sehen sind. Die Wassermassen machten aus den rechts- und linksseitigen Rheinvorländern eine zeitlang "3 "Flussläufe"".

Auch das sogenannte „Lustenauer Ried“ ist ein weiteres „Zweitwohnzimmer“ für die Lustenauer, die ihre dort zahlreichen Schrebergärten bewirtschaften und pflegen. Auch für ausgedehnte Spaziergänge zu allen Jahreszeiten ist das „Ried“ sehr beliebt.

Auch in den unmittelbar angrenzenden Gemeinden sind ebenfalls schöne Plätze z. B. die Rappenlochschlucht in Dornbirn mit Staufensee und Bademöglichkeiten wie am Bodensee in Bregenz in kürzester Zeit zu erreichen.

Weitere Bilder

Der überschwemmte Rhein
Das überflutete Rheinvorland vor einigen Jahren

Ein Bild 2010

Wasserfall der Rappenlochschlucht
Ein Wasserfall in der Dornbirner Rappenlochschlucht
Der Staufensee
Der Staufensee
Am Viktorsberg
Am Viktorsberg und im Hintergrund das Rheintaler Nebelmeer

Beim Spaziergang beim Bildungshaus Viktorsberg mit Nebelmeer im Hintergrund - War ein sehr schöner und warmer Herbsttag

Mein Bruder und ich am Bödele
Mein Bruder und ich am Dornbirner Hausberg Bödele
Der Rohrspitz am Bodensee
Der Rohrspitz am Bregenzer Bodensee

Am Rohrspitz in Bregenz kann man ausgedehnte Spaziergänge und auch Badetage im flachen Wasser genießen.